Bierwelten - Das Magazin rund ums Bier

Mittwoch, 24. Juli 2019

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Leichtbier

Biersorten - Klassische Biere
Leichtbierspezialitäten ergänzen die klassischen Vollbiere
In den letzten Jahren haben sich die Verbrauchereinstellungen in hohem Maße verändert. Die meisten Bürger wollen das Leben möglichst in vollen Zügen genießen, dabei aber aktiv sein und fit bleiben. Dazu gehört für sie eine bewusste Ernährung höchster Qualität. Jung, frisch und leicht ist die Devise, vorwiegend der jüngeren und jung gebliebenen Verbraucher – ohne dass davon die tägliche Kalorienaufnahme berührt würde.

Weniger Alkohol und weniger Kalorien
Leichtbiere sind ebenso wie alkoholfreie Biere immer ein geeignetes Getränk, wenn man sein Bier sprichwörtlich „unbeschwert“ zu einem schmackhaften Essen oder in froher Runde trinken möchte. Sie sind als eigenständige Spezies die ideale Ergänzung der Vollbiere und die bierige Alternative zu anderen Getränken.
Bei normalem Genuss dieser Leichtbiere ergeben sich Blutalkoholwerte, die deutlich niedriger sind, als es der um 30 Prozent verminderte Alkoholgehalt erwarten lässt. Der Grund: Bei diesen Bieren ist der Alkoholgehalt in eine größere Wasser- und Nährstoffmenge „eingebettet” als beim Vollbier.

Kalorienreduzierung allein durch spezielle Brauverfahren
Für die Brauer in der Bundesrepublik ist es selbstverständlich, dass sie auch die leichten Biere nach dem Deutschen Reinheitsgebot herstellen. Leichtbier wird also, ebenso wie alle deutschen Biere, ausschließlich unter Verwendung von Wasser, Gerste, Hopfen, und Hefe gebraut. (Die Hefe wurde 1516 im Rheinheitsgebot nicht gesondert erwähnt, weil Hefesporen aus der Luft die Gärung beeinflussten. Erst später gelang es, Hefe zu züchten und damit auch eine gleichbleibende Qualität des Bieres sicherzustellen.) Bei den speziellen Brauverfahren für die Leichtbiere wird ein großer Teil des aus diesen natürlichen Rohstoffen bei der Gärung entstandenen Alkohols entzogen. Die Bildung von Alkohol kann aber auch während der Gärung vermindert werden. Damit wird auch der Kalorienwert reduziert.
Somit enthält Leichtbier bei normaler Vergärung mindestens 30 Prozent weniger Brennwert bzw. Alkohol als im Durchschnitt ein normales Vollbier, wie beispielsweise das in Deutschland am meisten getrunkene Pils, das durchschnittlich etwa 430 Kilokalorien (1.800 kJ) pro Liter aufweist. Zum Vergleich sei daran erinnert, dass beispielsweise ein Liter Weißwein rund 700 Kilokalorien (2.930 kJ) oder ein Liter Traubensaft 740 Kilokalorien (3.096 kJ) enthält.

Stammwürze und Alkoholgehalt
Leichtbiere können einen Stammwürzegehalt von sieben bis zwölf Prozent haben.
Entweder wird der entstandene Alkohol anschließend reduziert oder aber die Gärung nach speziellen Verfahren auf schonende Weise unterbrochen. Damit wird für das Leichtbier sowohl ein geringer Alkoholgehalt erzielt als auch die Kalorienzahl niedrig gehalten.
Am besten mundet Leichtbier bei einer Trinktemperatur von etwa sieben Grad Celsius, also so, wie es aus einem normalen Haushaltskühlschrank entnommen wird.

Verbreitung: Gesamte Bundesrepublik
Biergattung: Leichtbier wird meist als Schankbier, aber auch als Vollbier (Pils, Weizen, Alt, Kölsch) hergestellt
Stammwürze in %: 7 - 12
Alkoholgehalt in % vol: ab 2 bis ca. 3,2
Bierart: Die "leichte" Form gibt es bei vielen Biersorten, also sowohl unter- wie auch obergärig
Charakteristik: Bierige Alternative für kalorienbewussten Genuss
Brauprozess: Während der Gärung wird entweder die Bildung von Alkohol verhindert oder der Alkohol nach der Gärung teilweise entfernt
Bierpflege: ideale Trinktemperatur ca. 7 Grad Celsius
Sonstiges: Leichtbier hat etwa die gleiche Kalorienzahl wie Magermilch; es hat 30 Prozent weniger Brennwert bzw. Alkohol als Vollbier